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Sie gilt als Jahrtausendfund, eine archäologische Sensation: die Himmelsscheibe von Nebra. Vor 3600 Jahren wurde sie unter mysteriösen Umständen in der Erde des Mittelberges in Sachsen-Anhalt vergraben – um dann im Jahre 2002 durch Zufall wieder das Licht des Tages zu erblicken. Ihre Entdeckung ist eine Kriminalgeschichte für sich. Doch was diesen »geschmiedeten Himmel« so bedeutsam macht: Sie gilt als die älteste konkrete Himmelsdarstellung der Menschheit. Sie ist ein Mysterium und eine Offenbarung zugleich, denn sie zeigt: Die Menschen in der Bronzezeit verfügten über ungeahnte astronomische Kenntnisse und bildeten eine hochstehende Zivilisation im Herzen Europas. Wer waren diese Menschen, was glaubten sie und woher kam ihr Wissen?

Wir werden uns auf die Spuren dieser Kultur begeben, die ihr heiliges Zentrum in Mitteldeutschland hatte. Doch die Region zwischen Saale und Unstrut birgt noch weitere Rätsel der Vergangenheit: Schon vor 7000 Jahren errichteten die Menschen der Jungsteinzeit eine Kreisgrabenanlage in Goseck, die nicht nur Kultplatz für unbekannte Zeremonien gewesen sein muss, sondern auch ein riesiger Kalender, um die Feste des Jahres zu bestimmen. Sie bestatteten ihre Toten in gewaltigen Großsteingräbern und errichteten stehende Steine und symbolisch verzierte Kultstelen. Auf unserer Reise werden wir ihre bedeutendsten Stätten besuchen, wahre Orte der Kraft, deren Ausstrahlung uns noch immer zutiefst berührt und deren geheimnisvolle Aura uns gefangen nimmt. Begeben Sie sich mit Christopher A. Weidner auf eine magische Zeitreise von den Megalithbauern bis ins hohe Mittelalter.

Reiseverlauf

1.Tag: Anreise ab allen deutschen Bahnhöfen nach Merseburg. Am Nachmittag besuchen Sie den Dom zu Merseburg und tauchen ein in die Geheimnisse der germanischen Sagenwelt, wie sie in den berühmten Merseburger Zaubersprüchen überliefert werden. 5 Übernachtungen in Nebra.

2.Tag: Die Himmelsscheibe von Nebra ist die weltweit älteste bisher bekannte konkrete Himmelsdarstellung − ein einzigartiges Zeugnis mitteleuropäischer Kulturgeschichte. Sie besuchen die Arche Nebra − das Besucherzentrum mit seiner eindrucksvollen Show im Planetarium, in der Ihnen anschaulich das erstaunliche Wissen der Menschen der Bronzezeit über Bewegungen von Himmel und Erde vor Augen geführt werden. Anschließend begeben Sie sich auf den nahe gelegenen Mittelberg, die Fundstelle der Himmelsscheibe und ein uralter Kultplatz. Hier spüren Sie der Faszination dieses einzigartigen Reliktes an Ort und Stelle nach und genießen von der Aussichtsplattform den Blick über das weite Land bis hin zum Brocken. In Langeneichstädt besuchen Sie die »Dolmengöttin«, ein mit geheimnisvollen Ritzungen versehener Menhir nahe einer Grabanlage aus der Jungsteinzeit. Rätselhaft ist die Herkunft und Bedeutung des Tanzkreises von Steigra, unserer nächsten Station. Er ist eines der wenigen deutschen noch erhaltenen Rasen-Labyrinthe, die noch heute rituell genutzt werden.

3.Tag: Sie ist fast siebenmal so groß wie die Wartburg und damit die größte und älteste Feste an der »Straße der Romanik«: Burg Querfurt. Nach dem Besuch der beeindruckenden Anlage geht es nach Wettin. Anders als die meisten anderen Templer-Bauten entging die Kapelle Unser Lieben Frauen in Mücheln der Zerstörung und ist damit eines der wenigen noch existierenden baulichen Zeugnisse der Templer in Deutschland. Viele Geschichten und Sagen ranken sich um die Dölauer Heide. Eine davon berichtet von einer Riesenjungfrau, die während eines Unwetters auf dem Heimweg war. Um Schlamm und Pfützen zu überqueren, warf sie ein gerade gekauftes Brot in den Schlamm, wofür sie auf der Stelle in die Steinerne Jungfrau von Dölau verwandelt wurde.

4.Tag: Sie besichtigen den Naumburger Dom, der zu den berühmtesten deutschen Bauwerken des Mittelalters zählt. Unweit von Naumburg liegt hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg die um 1090 gegründete sagenumwobene Neuenburg. Am Nachmittag besuchen Sie Schloss Goseck mit seinem Informationszentrum zum nahegelegenen 7000 Jahre alten Sonnenobservatorium. Dort erfahren Sie anhand von Modellen und Skizzen alles über die Geheimnisse vorgeschichtlicher Astronomie. Am Abend beobachten Sie - das entsprechende Wetter vorausgesetzt - den Untergang der Sonne zum 1. Mai in der aus Hunderten von Eichenstämmen rekonstruierten Kreisgrabenanlage. Der Blick durch die von den Menschen der Frühzeit geplanten Lücke in den Palisaden ist ein unvergessliches Erlebnis.

5.Tag: Besuch des Landesmuseums für Vor- und Frühgeschichte in Halle. Mit über 10 Millionen Objekten verfügt das Museum über eine der größten und wichtigsten Sammlungen zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Erfahren Sie, was es mit der geheimnisvollen Schamanin, die vor 9000 Jahren in Bad Dürrenberg bestattet wurde, auf sich hatte und welche vorgeschichtliche Tragödie sich hinter der Entdeckung einer jungsteinzeitlichen Nekropole in Eulau abgespielt hat. Das Highlight der Sammlung ist aber das Original der Himmelsscheibe von Nebra. Der Anblick dieses heiligen Kultgegenstandes ist ehrfurchtgebietend. Beim anschließenden Spaziergang durch Halle begegnen Sie Sagenhaftem und Legendärem in den Winkeln und Gassen dieser historisch bedeutenden Stadt an der Saale. Als unverwechselbares Wahrzeichen prägen die beiden Turmpaare der Marktkirche die Silhouette der Stadt Halle.

6.Tag: Ausflug zum Kloster und zur Kaiserpfalz Memleben. Sie besuchen die Monumentalkirche aus dem 10. Jahrhundert und die romantische Klosterruine mit der vollständig erhaltenen Krypta. Verschiedene Ausstellungen geben Einblicke in die über 1000-jährige bewegte Geschichte des Klosters. Auf dem archäologischen Wanderweg zu den Hügelgräbern im nahe gelegenen Wald von Memleben werden Sie auf die Geschichte der Bronzezeit eingestimmt. Am frühen Nachmittag Rückreise in die Heimatorte.